Derry

Doire = Eichenwald

Derry (Londonderry) ist nach Belfast die zweitgrößte Stadt Nord-Irlands.
Sie liegt an der Mündung des River Foyle und ist eine der geschichtsträchtigsten Städte der Insels.

Anno 546 gründete der heilige Columba ein Kloster namens "Doire" (Eichenwald), später sprachlich zu Derry anglisiert.
1613 wurde die Stadt als Hauptbesiedlungs-Projekt ausgewählt, die von King James I. begonnen wurde.
Bezahlt wurde die ganze Aktion von Londoner Händlern, die es sich dann dadurch danken ließen,
daß man das "London" vor Derry setzte.
Die Iren sagen weiterhin Derry.

Derry hat die letzte vollständig erhaltene Stadtmauer Irlands, die zu den besterhaltesten Stadtbefestigungen in Europa gehört. Sie wurde 1618 zum Schutz der englischen und schottischen Siedler fertiggestellt und ist bis zu 8 m hoch und z.T. 9 m breit. Die mächtige Stadtmauer hat mehreren Belagerungen standgehalten und wurde nie eingenommen, auch nicht 1689,
als 7000 der 20.000 Einwohner durch Krankheiten oder Hunger umkamen.

Ein prächtiges Beispiel für den neogothischen Stil ist die 1890 errichtete Guidhall.
1908 machte ein Feuer und 1972 eine Bombe umfangreiche Restaurierungen nötig.

Die Buntglasfenster erzählen die Geschichte Derrys.

Traurige Berühmtheit erlangte Derry als Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland.
Durch die Weltpresse ging Derry 1972, als britische Soldaten 13 Demonstranten erschoßen.
Dieser Tag ging als "Bloody Sunday" in die Geschichte ein.

Heute ist Derry eine kosmopolitische Stadt, die vom einsetzenden Friedensprozeß stark profitierte, allerdings ist sie immer noch nicht ganz zur Ruhe gekommen.