Geschichte

kurz und bündig

Vorchristliches Irland

ca. 7000 v. Chr. - 400 n. Chr.

Die ersten Einwanderer, vermutlich aus Schottland kommend, erreichen ca. 7000 v. Chr. Irland und machen das Land urbar.
Sie leben überwiegend von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang.

Ca. 500 v. Chr. erreichen keltische Gälen aus Mitteleuropa die Insel.
Die von ihnen mitgebrachten Eisenschwerter sind den älteren und weicheren Bronzeschwertern überlegen, somit unterwerfen sie das bis dahin dort lebende druidische Volk und etablieren sich bald als herrschende Kultur.
Irland wird in vier Provinzen und in Dutzende Kleinkönigreiche aufgeteilt.


Der hl. Patrick, erster Bischof von Irland, bekehrt die Kelten zum Christentum.
Die heilige Dreifaltikeit erklärte er mit Hilfe des Kleeblattes, das immer noch Symbol Irlands ist. Nach seinem Tod entstehen zahlreiche Klöster, die immer mehr an Größe und Einfluß gewinnen. Von hier ziehen Mönche aus, um ihren Glauben im übrigen Europa zu verbreiten.

Um ca. 800 n. Chr. beginnen die ersten Wikingerüberfälle. An der Ostküste gründen sie erste Siedlungen. Sie legen die Grundsteine für die Städte Dublin, Wexford und Waterford. Bei der Schlacht von Clontarf 1014 besiegt der Hochkönig Brian Boru (der dabei ums Leben kommt) die Wikinger. Die Besiegten flüchten oder integrieren sich.

Frühchristliche Zeit

ca. 400 - 1169 n. Chr.


Normannische Zeit

1169 - 1534 n. Chr.

Die ersten normannischen Truppen des englichen Königs Heinrich II. erreichen Irland und erobern einzelne Städte und Siedlungen.
Sie dringen immer weiter ins Landesinnere und erbauen mächtige Burgen.
Heinrich II wird 1172 vom Papst als Herrscher von Irland anerkannt.
In der Schlacht von Calann bei Kenmare 1261 deuten sich die ersten Zeichen eines Widerstandes der Iren gegen die Normannen an.
Als 1348 auch noch die Pestepidemie ausbricht, ist der Untergang der normannischen Herrschaft besiegelt.


Am 01.01.1801 wird das vereinigte Königreich von England und Irland gegründet
("Act of Union"), mit Sitz in London. 105 irische Abgeordnete vertreten Irland.
Die reichen Landbesitzer verlassen Irland, das dadurch in immer größere Armut versinkt. 1829 zieht der Führer des irisch-katholischen Mittelstandes als erster katholischer Abgeordneter ins Parlament ein und erreicht, dass den Iren erstmals volle staatsbürgerliche Rechte zugestanden werden.

In den Jahren von 1845 bis 1847 bricht eine entsetzliche Hungersnot (The Great Famine) aus, die durch die Kartoffelfäule verursacht wird. Dies hat zur Folge, daß über eine Million Menschen der Acht-Millionen Bevölkerung an Hunger oder Krankheiten sterben und ca. 1,5 Millionen nach Amerika auswandern.
Diese Katastrophe verändert die Bevölkerungsstruktur vollkommen.

1885 bemüht sich Charles Stuart Parnell um die Auflösung der Union, also um die nationale Selbständigkeit Irlands im Rahmen des britischen Reiches (Home-Rule-Bewegung).
Diese Bemühungen scheitern jedoch am House of Lords.

Irischer Nationalismus, Hungersnot und Emigration

1800 - 1885


Der Unabhängigskeitskrieg

1886 - 1921

1900 wird Eamon de Valera zum Vorsitzenden der Sinn Féin ("Wir selbst") gewählt, eine Gruppe, die sich für politische und wirtschaftliche Eigenverantwortlichkeit der Iren einsetzt.
Während die britische Armee im ersten Weltkrieg in Frankreich kämpft, rufen die irischen Freiwilligen und die Bürgerwehr 1916 in Dublin die Republik aus (Osteraufstand).
Dieser wird von den Briten niedergeschlagen und die Anführer werden hingerichtet.
1918 gewinnt die Sinn Féin Partei die Parlamentswahlen und unter der Präsidentschaft
de Valeras wird ein eigenes Parlament in Dublin, das Dail Eireann gegründet und die Unabhängigkeit Irlands ausgerufen. Der Versuch der Briten, dieses zu verhindern, führt zu Anschlägen der Irish Republican Army (IRA) auf englische Einrichtungen, die mit brutaler Gewalt erwidert werden. Ein nie offiziell erklärter Krieg bricht aus.

Am 06. Dezember 1921 unterzeichnen die Führer der Unabhängkeitsbewegung
(Arthur Griffith, Michael Collins) einen Vertrag, nach dem Irland Freistaat (Saorstát Éireann) innerhalb des britischen Reiches wird und die sechs nordöstlichen Grafschaften Irlands Teil Großbritanniens bleiben.


Arthur Griffith wird erster Ministerpräsident des Freistaates Irland, ein Jahr später wird Thomas Cosgrave sein Nachfolger. 1922 bricht ein Bürgerkrieg in Südirland zwischen Vertragsbefürwortern und -gegnern aus, der mit dem Sieg der Regierung endet. Ca. 4000 Menschen verlieren ihr Leben. 1937 tritt eine neue Verfassung nach Volksabstimmung in Kraft, in der Irland zu einem unabhängigen, souveränen Staat 'Eire' erklärt wird, dem ein(e) Staatspräsident(in) vorsteht. Nachdem sich Irland im zweiten Weltkrieg neutral verhält, erklärt es sich 1949 zur Republik. Es folgen die Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen (1955) und in der Europäischen Gemeinschaft (1973), welche dem Land dringend benötigte Subventionen garantiert.

1991 wird Mary Robinson als erste Frau irische Präsidentin. Ihre Nachfolgerin wird 1997 Mary McAleese. Der gesellschaftliche Wandel läßt sich an der Liberalisierung der Scheidungs- und Abtreibungsgesetze erkennen, denn 1999 wird das Verbot der Ehescheidung aufgehoben und die Abtreibung wenigstens im Ausland gestattet.

Im Rahmen der Währungsunion wird 2002 der Euro gesetzliches Zahlungsmittel.

Freistaat und Republik Irland

1922 - heute


Nordirland

1922 - heute

Mit der Entstehung der irischen Republik war die Teilung der Insel endgültig besiegelt.
Die überwiegend protestantische Bevölkerung bildet mit Großbritannien das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.
Nordirland hat ein eigenes Parlament, sowie eine eigene Regierung.

Spannungen zwischen den Protestanten und der katholischen Minderheit Nordirlands führen immer wieder zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen. Es entstehen regelrechte katholische Ghettos und die Arbeitslosenquote der Katholiken steigt um ein vielfaches. Den blutigen Höhepunkt der Feindseligkeiten bildet am 30.01.1972 der "Bloody Sunday", an dem in Derry 13 unbewaffnete Demonstranten von britischen Soldaten erschossen werden. Weitere Proteste, begleitet von zahlreichen Bombenanschlägen der IRA, führen zur Auflösung des nordirischen Parlaments. Nordirland wird nun direkt von der britischen Regierung regiert, vertreten durch einen Nordirlandminister. Etliche Verhandlungen, um eine Beendigung des Bürgerkrieges zu erreichen, scheitern. Der Bombenterror geht weiter.

1980 treten IRA-Häftlinge im Belfaster Gefängnis in den Hungerstreik, um als politische Gefangene anerkannt zu werden. Nach 66 Tagen sterben der IRA-Aktivist Bobby Sands sowie weitere Gefangene. Die IRA konnte ihre Forderungen trotzdem nicht durchsetzen. Gerry Adams von der Sinn Féin erklärt 1994 einen einseitigen Waffenstillstand, der zu ersten Gesprächen beider Parteien führt.
Erste Friedenshoffnungen kommen auf, werden aber auch wieder enttäuscht.

1998 wird das Friedensabkommen (Good Friday Agreement) unterzeichnet und es kommt zur Bildung eines neuen nord-irischen Parlaments. Seitdem waren vier Regierungen an der Macht bevor 2002 Nord-Irland wieder direkt von Großbritanien regiert wurde.

Seit 2007 gibt es eine neue gewählte Regierung mit Ian Paisley, als protestantischen Regierungschef und seinem Stellvertreter, dem ehemaligen IRA-Kämpfer Martin McGuinness. Eine solche Paarung wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen.
Massiver Druck und viel Geld für die Provinz 'vereinten' jedoch die ehemaligen Feinde.

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